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Das brot von Altamura

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Historische hinweise

Der Ursprung des Altamura-Brotes steht in engem Zusammenhang mit der für das Erzeugungsgebiet typischen bäuerlichen Tradition.

In seiner ältesten Form (U sckuanète = umgeschlagene Form) war das Altamura-Brot das Grundnahrungsmittel der Bewohner des Le-Murge-Gebirges und wurde in sehr großen Brotlaiben gebacken. Dabei wurde der Teig zumeist in den Häusern zubereitet und anschließend in den öffentlichen Backöfen geformt und gebacken. Als Verbindung zwischen gesellschaftlichem Leben und Privatleben hatte das Brot auch eine Wichtige soziale und kulturelle Funktion. Mit einem handwerklich hergestellten Holz- oder Eisenstempel brachte der Bäcker auf den Broten die Anfangsbuchstaben der jeweiligen Familienvorstände an.

Wichtigstes Merkmal des Brotes, das sich bis heute erhalten hat, ist seine Haltbarkeit. Diese war notwendig, weil sich die Bauern und Hirten bis zu zwei Wochen davon ernähren mußten, denn die Bauernhöfe auf den Hochebenen de Le-Murge-Gebirges lagen weit verstreut, und das Brot, aus dem unter Zusatz von Salz, Öl und heißem Wasser eine Mahlzeit bereitet wurde, war für die Bauern das wichtigste Lebensmittel.

Bis zur Mitte des letzten Jahrhundert war in den Straßen von Altamura in den frühen Morgenstunden der Ruf des Bäckers zu hören, der bekannt gab, daß der Backvorgang beendet war.

Im ersten Beleg für den Ursprung des Brotes ist zwar nicht der Ort Altamura, wohl aber das Le-Murge-Gebirge erwähnt. Er findet sich im fünften Kapitel des ersten Buches der Satiren des römischen Dichters Horaz, der im Frühjahr des Jahres 37 v. Chr., nach einem Besuch in der Gegend seiner Kindheit, erklärte dass dort das beste Brot der Welt gebacken werde, und den Reisenden riet, sich einen Vorrat von diesem Brot für die Weiterreise zu besorgen.

Die Tradition der Brotbäckerei in Altamura ist in den "Statuti Municipali della cittä" des Jahres 1527 belegt, dessen Artikel über die "Backofensteuer" von G. DE Gemmis im Bollettino dell’Archivio-Biblioteca-Museo Civico, Jahrgang 1954, pp. 5- 49 transkribiert wurden.

A.Giannuzzi hat in seiner Arbeit „Le Carte di Altamura" in dem Werk „Codice Diplomatico Barese" (Erscheinungsjahr 1935) ebenfalls Dokumente zur Erhebung bzw. Befreiung von dieser Steuer transkribiert.

In einem anderen Dokument aus dem Jahr 1420 wird die Befreiung der Geistlichen von der Brotsteuer festgehalten.

Der Brauch des Brotbackens in öffentlichen Backöfen ist darauf zurückzuführen, daß es den Stadtbewohnern „jeden Standes und jeder Stellung", unter Androhung einer hohen Geldstrafe ( eines Drittels der gesamtes Herstellungskosten) verboten war, im eigenen Haus Brot zu backen.

In diesem ländlichen Umfeld entstanden die typischen Formen des Bauern- Hirtenbrotes, die man noch heute bei den Brotbäckern Altamuras findet. Es wird in fünf Produktionsstufen (Teigbereitung, Wirken, Gärung, Formung sowie Backen im Holzofen) aus Hartweizenmehl, Hefe, Salz und Wasser hergestellt, und durch diese Merkmale lassen sich diese Brote von anderen Brotsorten unterscheiden.

Auch das Korn ist vermutlich zumeist in Altamura gemahlen worden, denn zu Beginn des 17. Jahrhunderts waren in diesem Gebiet 26 Mühlen im Betrieb.

Trotz der inzwischen stattgefundenen Veränderungen ist also das Brot, das heutzutage in Altamura hergestellt wird, ein unmittelbarer Nachfolger des Bauern- Hirtenbrotes, das seit dem Mittelalter in diesem gebiet gebacken wurde.

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